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Dienstag, 14. November 2023

Anleitung für Drainageflaschen-Taschen

Unsere KDFB-Nähgruppe hat die Herzkissenaktion ausgeweitet und näht auch Portkissen und Drainageflaschen-Taschen für KrebspatientInnen.

Auf Anfrage einiger Frauen und in der Hoffnung, möglichst viele Nähteams animieren zu können, schreibe ich diese Anleitung.

Für die Nähprofis ganz kurz:

Zuschnitt BW-Stoff für die Tasche 50cm x 30 cm,

                               für den Träger 150cm x 10 cm,

                               Baumwollkordel ca. 35cm

Taschenstoff in der Mitte falten, = 25cm x 30cm. Die Tasche mit französischer Naht seitlich und unten schließen.

Trägerkanten längs nach innen falten, bügeln und auf 2,5cm Breite zusammennähen.

Den Träger in den oberen Rand der Tasche einnähen, dabei auf einer Seite die Kordel einnähen.


Hier die ausführlichere Beschreibung:

Ich habe mich durch viele Seiten im Internet gelesen, mit Pflegekräften und Patientinnen gesprochen und mir Gedanken gemacht,  wie diese Taschen effektiv und benutzerfreundlich genäht werden können. Vielleicht könnt ihr den ein oder anderen Kniff abschauen.

Wichtig!

Wie auch für die Herzkissen die Stoffe vor dem Vernähen auf 60° waschen und bügeln. Es gibt PatientInnen, die allergisch auf Appretur im Stoff reagieren, vor allem, wenn das Immunsystem sowieso schon angeschlagen ist.

Ich verarbeite nur Baumwollstoffe, gerne auch fest gewebte Bettwäsche.

Das Zuschneiden erfolgt am effektivsten mittels Rollschneider, Quiltlineal und Schneidematte. Vielleicht habt ihr in eurer Nähgruppe eine Quilterin, die das Zuschneiden übernimmt? Je genauer der Zuschnitt, desto schneller geht das Nähen von sich.

Zuerst werden die Träger gebügelt und genäht:

 


Die Taschenteile zusammenfalten, rechte Stoffseite außen, = 25cm x 30cm.

Zuerst die Längsseite 1/2 Fuß breit absteppen. Es empfiehlt sich das "Fahnennähen", also mehrere Teile am Stück nähen, das spart Nähgarn.



Taschen wenden, Nähte ausbügeln und die Kante gut nähfüßchenbreit absteppen. Wenn der Stoff stark franst, die Fransen vor dem zweiten Absteppen abschneiden, am schnellsten geht es mit Quiltlineal und Rollschneider. Die französische Naht erzeugt auf Außen- und Innenseite einen sauberen Abschluss und zudem braucht die Maschine nur gerade Nähte nähen und nichts mit Zickzack versäubern.

Nun wird die Bodennaht geschlossen. Dafür die Taschen wieder auf rechts wenden, 1/2 Nähfüßchen breit absteppen, auf links wenden und gut nähfüßchenbreit absteppen. Dazu die bereits vorhandene Seitennaht oben nach vorne kippen.


Nun den oberen Rand wie auf dem Foto umbügeln.

Damit nicht zu viele Stofflagen aufeinander liegen, nähe ich den Träger nicht mittig sondern etwas versetzt von der Naht in den oberen Rand. Beim Annähen der Träger darauf achten, dass er nicht verdreht angenäht wird!


Nun steppe ich den offenen Rand der Tasche ab, wobei die Träger mit gefasst werden. 

Jetzt die Kordel mit einnähen (siehe Foto) und die obere Kante absteppen. Fäden abschneiden, Tasche wenden.


Mit Hilfe der Kordel  kann der Träger auf die benötigte Länge für die unterschiedlich großen PatientInnen angepasst werden.


Gutes Gelingen!

Über Rückmeldungen, Erfahrungsberichte, Verbesserungsvorschläge, auch Kritik, freue ich mich.

E-Mail: rosina.wimmer@arcor.de

 

Donnerstag, 14. April 2022

Wimpel nähen - Kurzbeschreibung

 Weil ich gleich mehrere Anfragen zu meinen Wimpeln hatte (was mich natürlich sehr freut), hier eine Kurzbeschreibung, wie ich sie nähe:

Die Wimpel werden mit Vlieseline H 250 verstärkt, ebenso die Buchstaben.

Für die Wimpel schneide ich einen Vlieselinestreifen von 20 cm, der dann mit Hilfe meines Triangle-Rulers in Dreiecke geschnitten wird. Die untere Spitze hat 45°.


Für die Buchstaben schneide ich einen 6cm-Vliselinestreifen, lege die Schablonen spiegelverkehrt auf die nicht beschichtete Seite, zeichne sie mit Bleistift nach und schneide sie aus.


Buchstaben und Dreiecke bügle ich auf die Rückseite der entsprechenden Stoffreste. Bei den Dreiecken wird am oberen Rand ein 4cm breiter Stoffstreifen stehengelassen, rundum wird mit normaler Nahtzugabe zugeschnitten. Das Ganze nochmal zuschneiden, aber nicht verstärken.

Die Buchstaben werden ohne Nahtzugaben zugeschnitten.

Die Buchstaben nähe ich mit Zickzackstich auf das verstärkte Wimpelstück, etwa zweifingerbreit unter dem endgültigen Rand. Der obere Rand wird gegengleich im gleichen Winkel wie unten zugeschnitten, siehe rechts im Bild.


Die beiden Wimpelstücke rechts auf rechts legen und mit der bebügelten Seite nach oben zusammennähen. Die obere Kante offen lassen.


Die Ecken etwas zurückschneiden, wenden und bügeln. Den oberen Rand für den Tunnel umbügeln, festnähen. Fertig.

Die einzelnen Wimpel auf eine Baumwollkordel auffädeln.

Mit diesem Foto wünsche ich euch allen ein frohes Osterfest!

Mittwoch, 21. April 2021

Anleitung für Zaubersäckchen (Kirchenspielbeutel)

Weil die Nachfrage nach einer Anleitung der Zaubersäckchen inzwischen so groß ist, dass das Verschicken per E-Mail für mich langsam recht aufwändig wird, habe ich mich nochmal hingesetzt und beim Stricken eines Zaubersäckchens auch Fotos gemacht.

So kann ich euch hier eine etwas ausführlichere, überarbeitete Anleitung geben, die ihr gern für eure privaten Zwecke nutzen könnt.

 

Ihr braucht:

Sockenwollreste, ca. 15g, einen kleinen Rest hautfarbenes Trikot, Stickgarn oder Nähfaden zum Sticken des Gesichts oder entsprechende Buntstifte, ein wenig Füllwatte, zwei Holzperlen 4mm für die Hände. 

Zum Stricken braucht ihr ein Nadelspiel Stärke 2,5.

Ich stricke ziemlich locker, deshalb schlage ich nur 48 Maschen an, wenn ihr fester strickt, könnt ihr auch 64 Maschen anschlagen.

Für den Beutel stricke ich ein Bündchen eins rechts, eins links, gleich nach der ersten Runde eine Lochreihe, also immer *zwei Maschen rechts zusammenstricken, ein Umschlag*, die nächste Runde wieder rechts, links, die linke Masche immer aus dem Umschlag. Nach ca. 3cm stricke ich glatt rechts weiter, etwa genauso hoch. Es ist hilfreich, ca. 1cm über dem Bündchen eine Reihe linke Maschen mit anderer Farbe zu stricken  (siehe roter Pfeil), daraus können später die Maschen für den Himmel leichter aufgenommen werden. Es sieht überhaupt hübscher aus, wenn ein paar andersfarbige Ringel eingestrickt werden.


 Über die linke Reihe werden etwa 1,5cm gestrickt, bevor mit den Abnahmen für den Boden der Wiege begonnen wird. 

Hierfür verteile ich die Maschen anders auf die Nadeln, sodass die nicht so schöne Reihe mit den Farbwechseln mittig auf der hinteren Nadel liegt. Also jeweils 6 Maschen auf die nächste Nadel schieben.


 Für die Abnahmen stricke ich jeweils rechts und links auf der vorderen und hinteren Nadel zwei Maschen zusammen,  die seitlichen Maschen werden normal abgestrickt. Vorne und hinten bildet sich ein Dreieck. Wenn nur noch zwei Maschen auf der vorderen und hinteren Nadel sind, diese beiden Maschen zusammenstricken, in der nächsten Runde alle Maschen abketten.
 

 So sollte euer Säckchen in etwa aussehen, hier seht ihr nochmal die Maße:



 Den Boden zunähen, Wollfäden vernähen.

Nun werden über die Hälfte der links gestrickten Reihe Maschen für den Himmel aufgenommen.


 Achtet darauf, dass der hintere Spitz/Fadenübergang genau mittig ist. 

 

Für den Himmel etwa 5 bis 6cm hochstricken, abketten und oben zusammennähen. Ihr könnt auch durch entsprechende Abnahmen, Farb-oder Musterwechsel variieren. Die vordere Kante des Himmels, evtl. auch des Bettchens, umhäkeln und unten durch die Lochreihe eine Kordel ziehen. Für die Kordel häkele ich etwa 60 Luftmaschen mit doppeltem Faden. Die Kordel relativ locker einziehen, damit die Wiege auch gut stehen kann.

Evtl. ein Glöckchen mit einer kurzen Luftmaschenkette am Himmel befestigen. 




Nun zum Püppchen:

Für den Körper schlage ich 9 Maschen an und stricke hoch, bis etwa ein Quadrat entstanden ist. 

Jetzt nehme ich links und rechts zwei Maschen zu, nach 1cm kette ich mittig drei Maschen ab, die ich in der Rückreihe wieder anschlage (Öffnung für den Hals). Gegengleich fertigstricken.

Für das Mützchen stricke ich mit 6 Maschen einen Streifen, etwa 2,5 mal so lang wie breit.

 

Die Holzperlen werden in Trikot  straff eingewickelt, für den Kopf nähe ich einen kleinen Schlauch, der locker über meinen kleinen Finger passt - nicht zu kurz, ihr müsst ihn nach dem Wenden noch fest ausstopfen und unten zubinden! 

Den "Hals" durch das Loch in der Mitte stecken, Kopf und Hände am gestrickten Körper festnähen, Nähte verschließen, vorher noch leicht ausstopfen.

Jetzt müsst ihr nur noch Gesicht und Haare aufsticken und das Mützchen festnähen. Fertig!


 

Noch ein Tipp: Zum Aufstellen der Wiege den unteren Rand einmal umstülpen, dadurch erhält das Bettchen einen besseren Stand.

Ich hoffe, die Anleitung ist verständlich. Schreibt mir doch, ob ihr damit zurechtkommt oder ob ihr Verbesserungsvorschläge habt.

Viel Spaß beim Stricken!




Sonntag, 16. August 2020

Spültücher und Kordeln

 

Diese hübschen Spültüchersets habe nicht ich, sondern eine liebe Freundin für den Basar gestrickt. Lediglich die Kordeln zum Zusammenbinden habe ich gedreht.
Mit dem Handrührgerät geht das ja recht flott, habt ihr vielleicht auch schon mal schon mal gemacht?
 
Da ich noch Reste von rot-grün gemusterten Weihnachtsstoffen liegen habe, die ich zu Geschenksäckchen vernähen will, kam mir die Idee, die Kordeln dafür zweifarbig zu machen.
 
Hier eine kleine Anleitung:
Für dieses Beispiel nahm ich jeweils zwei Fäden Baumwollgarn in Rot und Grün,  jeweils drei Meter lang (gibt eine fertige Kordellänge von ca. 1,2 Meter).
Die Fäden wurden zu Schlaufen gelegt und die Enden miteinander verknotet.
Nun wurden die grünen Schlaufen an die Türklinke und die roten an den Knethaken gehängt. 
 
Die Fäden straff halten, allerdings nicht zu stark daran ziehen, damit der Knethaken nicht aus dem Rührgerät springt.
Das Rührgerät ließ ich bei voller Leistung etwa eine halbe Minute laufen. Wenn die Fäden stark genug verdreht sind, nehme ich den Knethaken aus dem Rührgerät - Spannung halten, am besten mit dem Fuß auf den Knoten, der in der Mitte liegt, treten! - und hänge die grüne Schlaufe, die ich vom Türgriff nehme, ebenfalls an den Haken. Mit einer Hand nehme ich die Fäden direkt oberhalb des Hakens, mit der anderen den Knoten, dabei die Spannung halten.
Nun lasse ich den Haken langsam nach unten gleiten, dadurch verdrehen sich die Fäden gleichmäßig. Noch einen Knoten an die Enden der Kordel, fertig.
 
Wenn ihr längere Kordeln drehen wollt, müsst ihr euch Hilfe holen, allein ist es kaum zu schaffen, einen längeren Faden zum Verzwirnen straff zu halten. Die drei Meter langen Fäden waren gerade noch zu bewältigen.
Zur groben Berechnung: Die gewünschte Länge x 2, dazu noch etwa 20 bis 50%.
Bei einer dünnen Kordel reicht für einen Meter Endlänge ca. 2,40m Fadenlänge.
Auf der Suche nach einer passenden Farbe habe ich sogar schon dickes Nähgarn hergenommen. 
Die Kordelstärke könnt ihr durch Garndicke oder Anzahl der Fäden bestimmen.
Je dicker die Kordel sein soll, desto mehr müsst ihr an Länge zugeben.
 
Über Rückmeldungen, ob das Kordeldrehen klappt bzw. ob diese Anleitung verständlich ist, würde ich mich sehr freuen!

Sonntag, 19. April 2020

Bärchen

Wiederholt bin ich angeschrieben und um die Anleitung für meine kleinen Strickbärchen in der Streichholzschachtel gebeten worden.
Bisher hatte ich mir noch keine Notizen dazu gemacht, sondern einfach frei Schnauze gestrickt. Doch jetzt habe ich mich endlich hingesetzt, noch ein paar Bärchen gestrickt und mitgeschrieben.

Hier ist also meine Anleitung, die ihr gerne für den privaten Gebrauch verwenden könnt.

 Die Bärchen werden etwa 5cm groß.

Ihr braucht: einen Rest Sockenwolle
Nadelspiel Nr. 2,5 (nach Möglichkeit kurze Nadeln)
Stickgarn/Sticknadel für Augen und Schnauze
stumpfe Stopfnadel zum Vernähen der Fäden
eine winzige Menge Füllwatte oder Stopfwolle
Häkelnadel Nr, 2,5

Wenn ihr sehr locker strickt, nehmt den Faden doppelt.

Für die Beine schlagt ihr jeweils 6 Maschen an und strickt 6 Runden (I-cord).
nun nehmt ihr die Beine zusammen auf erst mal 2 Nadeln: 3 Maschen von Bein A, 3 Maschen von Bein B, auf die zweite Nadel die restlichen Maschen von Bein B und Bein A. Strickt insgesamt 16 Runden hoch. Nach ein paar Runden könnt ihr die Maschen auf drei Nadeln zu je 4 Maschen verteilen.
Nach 16 Runden den Faden ca. 25cm lang abschneiden und mit Hilfe der Stopfnadel durch alle Maschen ziehen. Bevor ihr die Maschen oben zusammenzieht, den entstandenen Schlauch ausstopfen. Nun die Maschen eng zusammenziehen und vernähen. Knapp die Hälfte für den Kopf abbinden.
Die Beine von unten her ebenfalls ausstopfen, unten zusammenziehen, Faden vernähen. Evtl. muss auch im Schritt noch etwas zugenäht werden.
Für die Arme werden 5 Maschen  jeweils 5 Runden (I-cord)  gestrickt, ausgestopft und seitlich unterhalb des abgebundenen Kopfes angenäht.
Mit der Häkelnadel werden die Ohren angehäkelt: 5 feste Maschen in eine gestrickte Masche des Kopfes häkeln, Fäden vernähen.
Für die Schnauze mehrmals mit doppeltem Faden über zwei Maschen auf etwa 1/3 Kopfhöhe eine entsprechende Erhöhung sticken. Augen und Schnauze mit Stickgarn aufsticken.
Um den Halsfaden zu verdecken, kann noch ein dünnes Band als Schleife oder Schal darüber gebunden werden.


Viel Erfolg und Freude beim Nacharbeiten!


Sonntag, 10. Dezember 2017

10. Dezember, Engel-Tutorial

So, heute wie versprochen die Anleitung für meinen "Engel, der es in sich hat".
Entschuldigt bitte die Bildqualität, ich bin erst abends dazugekommen, den Engel zu nähen und zu fotografieren, das Licht war da nicht mehr optimal.

Ihr braucht an Material:

1 Holzperle 25mm
1 Holzperle 4mm, mit dem Cutter halbiert (falls ihr eine Nase aufkleben wollt),
2 Holzperlen 8mm
Zwei verschiedene Stoffe.
  Für den Außenstoff habe ich Weihnachtsstoff mit silbernen Sternchen (damit ich bei meinem Adventskalenderthema bleibe😉)
  Für den Innenstoff nehme ich gerne etwas festeren Stoff, damit das Engelchen mehr Stand hat. Hier ist es der Rest von einem Leintuch.
Ein Stück weißer Filz,
eine dünne Kordel oder Band, ca.30cm,
für die Haare etwas Plüsch oder Wolle, Garn, Bast...

Außerdem braucht ihr Farben, um das Gesicht zu bemalen.

Bemalt zuerst das Gesicht, auf das ihr vorher evtl. eine Nase aufgeklebt habt.


Für die Flügel nehmt ihr den Filz doppelt, malt dann mit Hilfe einer Schablone zwei Flügel auf. Steppt innerhalb der Linien die Flügel wie in der Abbildung zusammen und schneidet dann die Flügel aus. Die aufgezeichneten Linien werden dabei weggeschnitten.

Noch einfacher: ihr schneidet die Flügel gleich doppelt aus SnapPap, also im Stoffbruch, und näht sie kopfüber an einen Zipfel, der dann mit der Spitze am "Rock" festgenäht wird.


Schneidet aus den Stoffen jeweils ein gleichseitiges Dreieck. Ich benutze dazu mein Triangle-Quiltlineal. Wer das nicht hat, schneidet einen Streifen von 20cm Breite (empfiehlt sich sowieso, wenn man in Serie gehen will) und schneidet im 60°-Winkel die Dreiecke zu.

Legt die beiden Dreiecke rechts auf rechts zusammen und steppt die Außenkanten nähfüßchenbreit zusammen. Lasst dabei auf einer Seite mittig eine Wendeöffnung.
Schneidet die Ecken zurück, wendet das Dreieck, drückt dabei die Ecken gut nach außen und bügelt das Dreieck.
Die Kante mit der Öffnung wird nun zur Hälfte gefaltet, Außenstoff liegt innen,  und davon die Mitte mit eine Stecknadel markiert (= ca. 5cm). Nun wird vom Bug bis zur Stecknadel knappkantig abgesteppt und dabei gleich die offene Naht geschlossen.
Die Flügel werden wie auf der Abbildung knapp unterhalb der Markierung auf den offenen Zipfel aufgelegt und festgesteckt. Achtung: Die längere Kante der Flügel sind an der Spitzenseite, die Flügel zeigen aber insgesamt nach unten/innen. Nun wieder die Zipfel aufeinanderlegen und vom Bug her bis zur Hälfte knappkantig absteppen.
Das entstandene Säckchen wenden.

Der hintere Zipfel wird nach außen/unten geklappt, die dünne Kordel wird mittig in den entstandenen Bug gelegt. Kordel und Kopf werden in einem Arbeitsgang am Bug festgenäht, dabei den Stoff nach Möglichkeit fest in die Bohrung des Kopfes ziehen, siehe Foto.
Die vorderen Zipfelspitzen werden ebenfalls nach außen/unten gefaltet und zusammen mit einer Perle am Säckchen festgenäht. Die Kordel wir dabei im Bug nach vorne gelegt.
Nun fehlen nur noch die Haare.
Die schnellste Lösung ist wohl eine Plüschperücke. Dazu schneide ich einen Plüschstreifen von ca. 8cm x 3,5cm zu, lege ihn doppelt und nähe ihn halbkreisförmig ab. An der Rundung etwas zuschneiden, wenden und auf den Kopf kleben.
Nun den Engel befüllen, zubinden und etwas in Form drücken (die unteren Ecken etwas nach innen schieben).
Das war's! Viel Spaß beim Nacharbeiten!

In ähnlicher Weise können auch befüllbare Wichtel genäht werden. Für den Körper Filz verwenden und statt Haaren eine Zipfelmütze aufkleben.

Montag, 16. Januar 2017

Zickzacktasche Tutorial

Bei den Hobbyschneiderinnen habe ich an einer Challenge teilgenommen und dafür ein Täschchen nach eigenem Entwurf genäht. Ein paar Frauen haben nach einer Anleitung gefragt und da ich mit dem ersten Teil sowieso nicht zufrieden war, habe ich den zweiten Entwurf etwas verbessert und auch fleißig alle Schritte fotografiert. Hier also nun das

 Tutorial zur Zickzacktasche


 









Die Tasche ist etwa 18cm hoch und 23cm breit. Sie hat drei Fächer, eins davon ist mit einem Reißverschluss verschließbar.
Das Täschchen wird aus einem verstürzten Streifen (Außenstoff, Vlieseline und Innenstoff) genäht.
Die Maße: Außen- und Innenstoff : 135cm x 25cm, Vlieseline 1cm kleiner, also 134cm x 24cm - das erleichtert das Aufbügeln.
Für die RV-Enden werden 2 Streifen 5cm x 10cm zugeschnitten,  außerdem brauchen wir einen Reißverschluss, ca. 24cm lang.
An der einen Schmalseite wird gleich die Form der Taschenklappe zugeschnitten.
Achtung! Bei asymmetrischer Form darauf achten, dass der Futterstoff gegengleich zugeschnitten wird, bei symmetrischen Formen spielt es keine Rolle.
Die Klappe hat zum Schluss etwa eine Gesamthöhe von 15cm.


Vlieseline wird auf den Außenstoff gebügelt, danach werden Außen- und Innenstoff rechts auf rechts gelegt und nähfüßchenbreit zusammengenäht, dabei die untere Schmalseite offen lassen.
Die Ecken der Klappe etwas zurück- bzw. einschneiden bis knapp an dei Nähkante. Den Streifen wenden, die Nähte von innen gut ausstreifen (ich nehme zum Wenden und Ausstreifen immer ein Eßstäbchen) und bügeln. Die offene Seite gut 1cm nach innen bügeln.
Nun den RV vorbereiten:

 Die kleinen Stoffstreifen werden zur Hälfte zusammengelegt, rechte Stoffseite innen. Die unteren Kanten jeweils 1cm umbügeln, seitlich zusammennähen.








Ecken zurückschneiden und die entstandenen kleinen Stofftaschen mit Hilfe den Eßstäbchens wenden.






Die Stoffteile über die RV-Enden stülpen und festnähen. Ich habe den RV etwas kürzer als die Täschchenbreite gehalten, das ist Geschmackssache. Lasst euch von der Länge auf dem Foto nicht irritieren, ich musste meinen RV passend kürzen. Es gehen natürlich auch Endlosreißverschlüsse.
Nun muss der Stoffstreifen im Zickzack gebügelt werden, dass die Fächer entstehen - daher der Name "Zickzacktasche":
Das vorderste Fach, das ich mit dem RV verschliessen kann, ist bei 16cm umgebügelt, alle weiteren Knicke sind im Zickzack bei 19cm gebügelt, es ergeben sich drei Fächer. Auf die vordere Kante wird der Reißverschluss aufgenäht. Es bleibt euch überlassen, ob ihr die Öffnung vorher zusammensteppt oder gleich mit dem Annähen des RV schließt.
Die einzelnen Fächer werden nun seitlich knappkantig zusammengenäht, die obere RV-Kante wird an den Stoffstreifen genäht (nur eine Lage! Die anderen beiden Fächer beim Nähen nach hinten klappen).
Die unteren Ecken der Fächer habe ich abgenäht, damit die Tasche Stand hat.
Dazu habe ich bei allen Ecken mit Kreidestift 2 x 2cm markiert. Die Ecken werden auseinandergedrückt, mit Stecknadeln fixiert und in einem Zug eng aneinander gelegt abgesteppt.

Nun die Tasche in Form drücken und an der Klappe einen Verschluss nach eigenen Vorstellungen anbringen. Ich schwanke noch zwischen Klettverschluss und klassischem Knopf mit Knopfloch.

Ich hoffe, das Tutorial ist verständlich geschrieben. Was ich nicht so gut erklären konnte, ist vielleicht aus den Bildern ersichtlich, ansonsten einfach nachfragen.
Über Rückmeldungen und Fotos von euren Werken würde ich mich sehr freuen!
Viel Spaß beim Nacharbeiten.